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Ingenieurbüro OLAF DETERS

- Tragwerksplanung im Bauwesen -

An der Koppel 10e, 21220 Seevetal - Tel. 04105-660834

Wissenswertes zum Thema "Wanddurchbrüche"

Die Prüfung der Machbarkeit von Wanddurchbrüchen und Berechnung der entsprechenden statisch-konstruktiven Ersatzmaßnahmen werden vom Ing.-Büro O.Deters regelmäßig durchgeführt. Nachfolgende Hinweise und Erläuterungen sollen die Planung und Umsetzung derartiger Projekte für private Bauherren transparenter machen und damit erleichtern.

Grundlagen / Altunterlagen

Ob Wände tragend sind oder nicht, kann man ihnen i.d.R. Regel nicht ansehen. Auch wenn sie nur 11.5cm stark sind können sie durchaus tragende Funktionen haben. Aufschluss darüber erhält man durch Einsicht in die Altstatik.
Sofern diese Unterlagen nicht direkt vorliegen, lohnt sich eine Nachfrage beim Archiv des zuständigen Bauamtes. Es sei angemerkt, dass zur Statik immer sog. Positionspläne gehören und eine Altstatik ohne Positionspläne nur bedingt aussagefähig ist.

Sind diese Unterlagen nicht verfügbar, muss man in der Regel auf der sicheren Seite liegend davon ausgehen, dass es sich um eine tragende Wand handelt. Damit wird ein Abfangeträger unumgänglich und dieser wird für die maximal möglichen Lasten bemessen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass die Wand zwar nichttragend für die Decke ist, wohl aber die Lasten aus einer im darüberliegendem Geschoss befindlichen Wand abträgt.

Das heißt, je besser man statische Bedeutung der Wand kennt, desto genauer lassen sich die Lasten ermitteln und desto kleiner fällt das Trägerprofil aus. Damit sinken die gesamten Herstellungskosten und auch Zeit und Ungemach durch Baustelle im Haus.

aussteifende Wirkung

Wände können auch aussteifende Wirkungen haben. Das heißt, sie sichern die querverlaufenden Wände gegen Ausknicken oder aber dienen der Abtragung von Horizontallasten, z.B. aus Wind. Das gilt auch für sog. nichttragende Wände. Dieses gilt es zu untersuchen und zu beachten.

Mögliche Öffnungsbreiten.

Solange der weitere Lastabtrag nach unten nachgewiesen werden kann, gibt es keine festgelegten Grenzen. Allerdings wird mit zunehmender Öffnungsbreite natürlich der Abfangeträger größer und das muss nicht unbedingt gewünscht sein.

Kleinere Türverbreiterungen

Auch die Verbreiterung einer Tür um nur z.B. 15cm erfordert einen kompletten neuen Türsturz, da der vorhandene Stürz einseitig ein Auflager verlieren würde.

Kosten für die Statik

Diese Frage ist im Vorwege nicht beantwortbar, da der Aufwand sehr von der Güte der Grundlagen (sh. Altstatik) abhängt und von dem Umfang der zu notwendig zu erbringenden Nachweise. Üblicherweise befindet man sich allerdings deutlich unterhalb der Kosten, die durch die praktische Ausführung durch die Firmen aufgerufen werden. Die Planungskosten sind damit kein Entscheidungskriterium und müssen. Man muss aber anmerken, dass diese auch dann anfallen, wenn das Ergebnis negativ ausfällt, z.B. weil die erforderlichen Abfangungen zu kostenintensiv werden.